Manchmal muss man einfach raus. Den Alltag abschütteln, etwas anderes sehen, dem Körper etwas Gutes tun.
Also haben wir zwei Nächte im Lechquell Hotel Post in Steeg gebucht – ein Gourmet- & Wellnesshotel im Lechtal. €800 hat der kurze Ausflug gekostet. Viel Geld für zwei Übernachtungen. Und ja, wir wussten es vorher.
Das Wetter: durchzogen. Kein Drama, aber auch nichts, was zum längeren Draussenbleiben motiviert hätte. Zum Glück war das Essen auf erstklassigem Niveau – mehrgängige Menüs, solide Küche, alles schön angerichtet und geschmacklich überzeugend.
Wellness? Ja, aber ohne mich in der Sauna. Ich bin kein Freund dieser heissen Sitzbänke mit fremden Menschen. Aber das Drumherum – Ruhebereiche, Pool, Ausblick – war okay. Entspannend, wenn man sich drauf einlässt.
Doch am Ende bleibt ein klarer Gedanke hängen: Wir sind nicht für diese Art Ferien gemacht. Es war schön, mal rauszukommen. Aber für uns stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht – und es liegt nicht nur am Geld.
Bei mir sind es die Menschen. Ich zahle keine €800, um morgens beim Frühstück auf Menschen in Jogginghose oder kurzer Hose und Badelatschen zu treffen. Das ist für mich keine Erholung, das ist Alltag mit Bademantel.
Das perfekte Hotel für mich muss wohl noch erfunden werden – wobei die Alpenrose war nah dran. Wenn ich aber ehrlich bin, reicht mir oft schon eine ehrliche 3*-Herberge mit familiären Zügen. Ich brauche keinen aufgesetzten Luxus – da bin ich einfach zu viel DDR-Kind.
Fazit? Ein Tapetenwechsel war’s. Ein Aha-Erlebnis auch. Nur eben nicht so, wie es im Prospekt steht. Manchmal muss man etwas erleben, um sich daran zu erinnern, was man nicht sucht.























