Der Tod. Und das Leben dazwischen.
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Der Tod. Und das Leben dazwischen.

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Mit 52 Jahren kommen sie öfter – diese Gedanken ans Ende. Intensiver, leiser, aber eindringlich. Man denkt zurück: Hätte ich mehr erleben sollen? Aktiver sein? Mehr auskosten? Und dann kommt die andere Seite: Wie viel Zeit bleibt mir noch?

Wenn ich die verbleibenden Jahre in Sommerurlaube rechne, klingt das gar nicht mehr so lang. Ich habe keine Angst vor dem Tod. Nur vor einem langen, schmerzhaften Weg dorthin. Realistisch betrachtet – wenn alles gut läuft – bleiben vielleicht noch 20 Jahre. Klingt viel. Ist es aber nicht. Denn ich weiss, wie schnell 20 Jahre vergehen. Ich habe zugesehen, wie meine Tochter gross wurde. Und es ging verdammt schnell.

Alt werden ist das eine – gesund alt werden das andere. Aktuell bin ich wieder mal auf einem Gesundheitstrip. Ich zähle nicht mehr mit, wie oft ich das schon gesagt habe. Ernährung. Bewegung. Achtsamkeit. Mal sehen, wie lange diesmal. Wobei ich sagen kann: Ich ernähre mich grundsätzlich gesund. Aber das ist eben nur ein Puzzlestück.

Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, weil es gut für meine Gesundheit ist.
— Voltaire

Ein Thema, das mich dabei immer wieder beschäftigt, ist das Prokrastinieren. Wenn ein Tag vorbei ist, ist er weg. Ein Punkt weniger auf deiner Lebenszeitliste. Hat sich der Tag gelohnt? Hast du dich selbst glücklich gemacht? Oder andere?

Ich bin selten glücklich. Also wirklich, aus dem Herzen heraus. Ich glaube, ich mag die Menschheit einfach zu wenig. Virtuell wie real. Mein Problem, ich weiss. Aber für die Zeit, die mir bleibt, wünsche ich mir eins: Glück. Inneres Glück. Zufriedenheit. Ruhe. Ich möchte ein Ignorant sein dürfen. Mich nicht mehr aufreiben an der Welt da draussen. Nur noch an mich denken. An meine kleine Familie. Ist das falsch?

Ich kann und will nicht mehr die Welt retten. Der Mensch ist – tief drin – ein Egoist. Er denkt in erster Linie an sich. Es gibt Ausnahmen. Die Heiligen unter uns. Aber ich bin keiner davon. Ich möchte mit gutem Gewissen sagen können: Dieser Tag hat sich gelohnt. Ich habe mir etwas Gutes getan. Oder denen, die mir wirklich nah sind.

Die Welt ist nicht zu retten. Aber vielleicht deine eigene kleine.
— Oliver

Muss ich noch nach Bali? New York? Muss ich Listen abhaken? Nein. Meine Träume sind kleiner – und dadurch nicht weniger wertvoll. Sie brauchen Planung. Denn, wie gesagt: Ich habe nicht mehr unendlich viele Sommerurlaube.

Ich könnte jetzt beim Schreiben einfach umkippen – und ich hätte ein gutes Gefühl. Klar, ein paar Menschen wären traurig. Aber ich hätte immerhin meine Gedanken sortiert. Und ich würde es schade finden, meine Tochter nicht mehr zu sehen, wie sie ihre Träume verwirklicht.

Apropos Träume: Ich hätte gerne genug Geld. Einen Hund. Viel Zeit. Das Haus in #Schweden haben wir ja schon. Und ja – dort wäre ich jetzt gerne.

Meine Reiseziele? Japan. China. Kairo. Mit dem Camper durch einen Nationalpark in den USA oder Kanada. Und ich wollte immer mal für eine Woche in ein buddhistisches Kloster. Wollte. Hätte. Müsste. Sollte. Könnte. Worte, die sich wie ein Echo durch mein Leben ziehen.

Am Ende zählt nicht die Anzahl der Atemzüge, sondern die Momente, die uns den Atem rauben.
— Unbekannt

Einfach machen, sagt meine innere Stimme. Aber so einfach ist es nicht immer. Es gibt Verpflichtungen. Oder Ausreden. Zum Beispiel wäre ich jetzt eigentlich schon in Schweden. Für ein Jahr. Aber Ende 2024 kam ein Job dazwischen.

Das Leben ist, was passiert, während du andere Pläne machst.
Sagt man. Ich glaube, das stimmt.

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Oliver

Leidenschaftlicher Entdecker, Naturmensch und Technikfan. Auf meinem Blog teile ich meine Erlebnisse, Ausflüge und Gedanken – mal informativ, mal mit einem Hauch Zynismus. Ob auf dem Zweirad, mit der Kamera in der Wildnis oder beim Tüfteln an neuen Projekten – hier findest du ehrliche Einblicke und ungefilterte Meinungen. #Leben #Familie #Musik #Vinyl #HiFi #Laufen #Fitness #Fahrrad #Outdoor #Fotografie #Ruhe #Vegetarisch #Vegan #Zen #Technik #Auto #GBS
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4 thoughts on “0

  1. „Ich möchte ein Ignorant sein dürfen. Mich nicht mehr aufreiben an der Welt da draussen. Nur noch an mich denken. An meine kleine Familie. Ist das falsch?“

    Nein, das ist nicht falsch. Es ist vielleicht die einzige Möglichkeit, das Leben wirklich zu genießen. Dieses „draussen“ ist dafür viel zu toxisch und zu empört. Daher kann ich es sehr gut nachvollziehen, wenn man das ignoriert und sich um sich und seine Liebsten kümmert.

  2. 72 werde ich Ende des Jahres. Deine Gedanken sind viel zu früh, finde ich. 😄 Es gibt allerdings einige Teile, die ich sehr gut nachzuvollziehen kann. Das zum Beispiel:

    Ich bin selten glücklich. Also wirklich, aus dem Herzen heraus. Ich glaube, ich mag die Menschheit einfach zu wenig. Virtuell wie real. Mein Problem, ich weiss.

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