Freunde – und warum wir sie manchmal verlieren (4)
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Freunde – und warum wir sie manchmal verlieren (4)

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Manchmal verblassen Freundschaften langsam. Wie Fotos, die in der Sonne liegen. Die Konturen werden schwächer, die Farben blasser – bis man kaum noch erkennt, was mal war. Es gibt keine klare Trennung, keinen Streit, keine Schuld. Nur das leise Auseinandergehen.

Wenn Nähe leise verschwindet – und keiner drüber spricht

Dann war da noch dieser Schweizer. In etwa mein Alter, vielleicht sogar älter. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich nicht mal mehr genau, wie wir uns kennengelernt haben. Das verschwimmt heute. Aber was ich noch weiss: Wir hatten eine Menge gemeinsam. Diese typische Geek-Leidenschaft – Smartphones, Android-Kram, Twitter damals als unser „Wohnzimmer“. Und natürlich Foursquare! Wir haben uns regelrecht gebattlet, wer Bürgermeister von welchem Spot wird. Lächerlich eigentlich, aber damals war’s cool.

Freitagabend war fast schon Ritual: Bier im Pub, entspannte Gespräche. Natürlich immer mit dieser schweizerischen Distanz, die irgendwie dazugehört, aber das war okay.

Nach einer Weile habe ich sogar seine Hobbys übernommen. Laufen zum Beispiel – obwohl ich nie der klassische Trailrunner war. Aber es war nett, gemeinsam unterwegs zu sein. Und dann kam Geocaching dazu. Das fand ich am Anfang spannend: Mit Technik und Spieltrieb draussen in der Natur, auf der Suche nach versteckten Dosen. Wir sind gemeinsam losgezogen, haben Caches gesucht und gefunden, auch wenn es für mich nur eine kurze Phase war. Irgendwann hat es mich nicht mehr gepackt, aber die gemeinsamen Erlebnisse waren gut.

Doch mit der Zeit veränderte sich etwas. Ich wurde älter, der Stress nahm zu, die Treffen wurden seltener. Und ich hatte immer öfter das Gefühl, dass die Freundschaft kühler wurde. Es fühlte sich nicht mehr nach Leichtigkeit an, sondern nach etwas, das man halt noch „macht“. Nicht unangenehm, aber auch nicht mehr echt.

Nach vielen Monaten Funkstille gab es noch ein letztes Treffen beim Bier. Ich wollte wissen, woran ich war. Also hab ich ihn direkt gefragt, ob er überhaupt noch den Kontakt will. Seine Antwort? Freundlich. Höflich. Aber nichts Konkretes. Die typische schweizerische Neutralität. Kein klares Ja, kein klares Nein.

Ich habe es genommen, wie es war. Ich hatte ja auch vorher ohne ihn gelebt. Aber ein komisches Gefühl blieb. So ein leiser Abschied, ohne dass jemand das Wort „Ende“ sagt.


Fazit

Manche Freundschaften verlaufen sich, ohne dass es einen lauten Abschied gibt. Kein Streit, keine Vorwürfe – nur Stille. Und manchmal ist das schwerer zu akzeptieren als ein klarer Schlussstrich. Aber vielleicht gehört auch das dazu: Menschen kommen und gehen. Und nicht jede Verbindung muss bleiben.

#WahreFreunde

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Oliver

Leidenschaftlicher Entdecker, Naturmensch und Technikfan. Auf meinem Blog teile ich meine Erlebnisse, Ausflüge und Gedanken – mal informativ, mal mit einem Hauch Zynismus. Ob auf dem Zweirad, mit der Kamera in der Wildnis oder beim Tüfteln an neuen Projekten – hier findest du ehrliche Einblicke und ungefilterte Meinungen. #Leben #Familie #Musik #Vinyl #HiFi #Laufen #Fitness #Fahrrad #Outdoor #Fotografie #Ruhe #Vegetarisch #Vegan #Zen #Technik #Auto #GBS
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